Umkehrung der Steuerschuld | Die Finanzämter des Landes Nordrhein-Westfalen

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Grundsätzlich schulden die Unternehmerin bzw. der Unternehmer dem Finanzamt die Umsatzsteuer, die bzw. der die betreffende Leistung erbracht hat. Das bedeutet, die betreffende Person schuldet die Umsatzsteuer für die erbrachte Ausgangsleistung. In besonderen Fällen (vgl. §13b UStG) wird – hiervon abweichend – die Umsatzsteuer ausschließlich vom Leistungsempfangenden geschuldet. Das bedeutet: diese Person schuldet die Umsatzsteuer für seine bezogenen Eingangsleistungen. Die leistende Unternehmerin oder der leistende Unternehmer vereinnahmt lediglich den Nettobetrag und muss hieraus keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Diese Übertragung der Steuerschuld vom Leistenden auf die Leistungsempfängerin oder den Leistungsempfänger wird auch als „Reverse-Charge-Verfahren“ bezeichnet. Dieses Verfahren dient der Steuersicherung und der Vereinfachung.

Welche Leistungen unterliegen der Übertragung der Steuerschuld?

Welche Leistungen unterliegen der Übertragung der Steuerschuld?

Alle Leistungen, für die es zur Übertragung der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger kommen kann, sind in § 13b Abs. 1 und 2 UStG aufgeführt. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Leistungen ausländischer Unternehmer/innen,
  • Bauleistungen inländischer Unternehmer/innen,
  • Gebäudereinigungsleistungen inländischer Unternehmer/innen,
  • Schrott- und Abfalllieferungen oder
  • Lieferungen von Handys und Computerchips.

Zur Übertragung der Steuerschuld kommt es jedoch – abhängig von der jeweiligen Leistung – nur, wenn die Leistungsempfängerin oder der Leistungsempfänger

  • ein Unternehmen oder
  • eine juristische Person (z. B. Verein, Stadt, Gemeinde) oder
  • ein Unternehmen ist, das vergleichbare Leistungen erbringt (z. B. Bauleistende oder Gebäudereinigungskräfte).

Keine Voraussetzung ist, dass die Leistung für den unternehmerischen Bereich der Empfängerin oder des Empfängers bestimmt ist. Eine Übertragung der Steuerschuld auf eine nichtunternehmerische Privatperson ist jedoch ausgeschlossen.
 

Was müssen Sie bei der Übertragung der Steuerschuld beachten?

Was müssen Sie bei der Übertragung der Steuerschuld beachten?

In Ihrer Rechnung, mit der Sie über Ihre Leistung abrechnen, dürfen Sie keine Umsatzsteuer ausweisen. Sie geben lediglich den Nettobetrag an. Zusätzlich ist es erforderlich, dass Sie in Ihrer Rechnung den Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ aufnehmen.
Die Leistungsempfängerin oder der Leistungsempfänger als Steuerschuldnerin bzw. Steuerschuldner hat die Umsatzsteuer, die sie/ er für die bezogene Eingangsleistung schuldet, in seiner Umsatzsteuer-Voranmeldung anzumelden. Unter den weiteren Voraussetzungen steht ihm zeitgleich ein Vorsteuerabzug in Höhe der geschuldeten Umsatzsteuer zu. Weitere Informationen zur Vorsteuer finden Sie im Artikel: „Was Sie über die Vorsteuer wissen sollten “.
 

  • § 13b UStG

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