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Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung

Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung

Zu den üblichen Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung gehören: 

  • die vereinnahmte Kaltmiete
  • die vereinnahmten Umlagen (zum Beispiel Heizungsgeld, Wasser, Strom für Flur- und Kellerbeleuchtung, Grundsteuer, Straßenreinigung, Müllabfuhr)
  • Einnahmen aus der Vermietung von Garagen oder Stellplätzen

 

Auszug Anlage V 2020

In der Anlage V erfassen Sie Ihre Einnahmen in den Zeilen 9 bis 20. Treffen einzelne Felder auf Sie nicht zu, tragen Sie an diesen Stellen nichts ein. Die Zeile 21 ist für die Summe Ihrer Einnahmen bestimmt. 

Die Summe Ihrer Ausgaben, auch Werbungskosten genannt, ermitteln Sie auf der zweiten Seite der Anlage V und übertragen diese in Zeile 22. Ihre Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gehören in die Zeile 23.

 

Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

Welche Ausgaben stellen Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung dar? Vereinfacht ausgedrückt alle Ausgaben, die durch die Vermietung oder Verpachtung Ihrer Immobilie veranlasst sind. Diese können Sie auf der zweiten Seite der Anlage V eintragen.

Abbildung Anlage V 2020 Seite 2

In den Zeilen 33 bis 50 der Anlage V erfassen Sie alle Ihre Werbungskosten in den dafür vorgesehenen Feldern. Die Zeile 51 ist für die Summe Ihrer Werbungskosten bestimmt.

Typische Werbungskosten möchten wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

 

Gebäude unterliegen einer gewissen Abnutzung. Dies wird steuerlich bei den Werbungskosten über die Absetzung für Abnutzung (AfA) berücksichtigt. 

Bemessungsgrundlage für die AfA sind die Gebäudeherstellungskosten bzw. die Gebäudeanschaffungskosten zuzüglich Herstellungs- oder Anschaffungsnebenkosten. Bitte beachten Sie, dass lediglich das Gebäude abschreibungsfähig ist. Der Grund- und Bodenanteil ist kein Bestandteil der AfA-Bemessungsgrundlage. Die AfA-Bemessungsgrundlage multiplizieren Sie mit einem entsprechenden AfA-Satz in Prozent und ermitteln so den jährlichen Abschreibungsbetrag. 

Das klingt ziemlich kompliziert. Doch wie ermittle ich denn nun die AfA-Bemessungsgrundlage für meine Immobilie? Welchen AfA-Satz wende ich an? Für diese und weitere Fragen haben wir die Übersicht „So ermitteln Sie die AfA“ für Sie vorbereitet. Diese finden Sie hier.

Schuldzinsen, die Sie für die Finanzierung Ihres Vermietungsobjektes zahlen, können Sie als Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Auch Zinsen eines Darlehens zur Finanzierung von Renovierungs- oder Instandhaltungskosten des Objektes können Sie als Werbungskosten erfassen. 

In aller Regel erhalten Sie am Ende des Jahres von Ihrer Bank eine Bescheinigung über die von Ihnen gezahlten Schuldzinsen. Soweit Sie das Darlehen vollständig für Ihre vermietete Immobilie verwendet haben, können Sie diesen Wert in Ihre Steuererklärung übernehmen. 

Die Tilgungsleistungen gehören nicht zu den Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung. Es handelt sich insoweit um Vorgänge auf Ihrer privaten Vermögensebene, die steuerlich unbeachtlich bleiben.

Kosten, die im Zusammenhang mit der Kreditaufnahme für Ihr Vermietungsobjekt stehen, sind im Zeitpunkt Ihrer Verausgabung als Werbungskosten abzugsfähig.

Beispiele:

  • Gebühren für die Eintragung des Darlehens im Grundbuch (beim Amtsgericht zu bezahlen) 
  • Gebühren für die Eintragung der Grundschuld, die der Notar berechnet
  • Provisionskosten, die gegebenenfalls ein Finanzmakler berechnet
  • Kreditbearbeitungsgebühren der Banken
  • Wertermittlungsgebühren/ Schätzgebühren (um den Wert des Grundstücks festzustellen)
  • Disagio (bis zu 5 Prozent werden berücksichtigt)

Gebühren für die Müllabfuhr, Straßenreinigung, Kanalgebühren und die Grundsteuer können Sie als Werbungskosten ansetzen.

Als Werbungskosten abzugsfähig sind ebenfalls Kosten für Ihre Versicherung im Zusammenhang mit dem vermieteten Objekt.
Hierzu zählen zum Beispiel eine Feuerversicherung, eine Sturmschadenversicherung oder auch eine Gebäude- und Grundstückshaftpflichtversicherung.

Ihre Beiträge an den Haus- und Grundbesitzverein sind als Werbungskosten abzugsfähig. 

Im Laufe der Zeit fallen an Ihrem vermieteten Objekt Reparaturen an. Diese Instandhaltungsaufwendungen können Sie ebenfalls als Werbungskosten geltend machen. Kosten für die Erneuerung und Reparatur von bereits vorhandenen Bestandteilen Ihres Vermietungsobjektes sind als Werbungskosten im Jahr der Verausgabung sofort abzugsfähig.

Beispiele für Erhaltungsaufwendungen:

  • Austausch von Fenstern, zum Beispiel Holz- gegen Aluminiumrahmen, Einfach- gegen Dreifachglas
  • Einbau einer Zentralheizung anstelle einer Einzelofenheizung
  • Anschluss einer Zentralheizung an eine Fernwärmeversorgung
  • Einbau messtechnischer Anlagen zur verbrauchabhängigen Abrechnung von Heiz- und Warmwasserkosten
  • Neueindeckung eines Daches (neu gegen alt)

Beachte – Anschaffungsnahe Herstellungskosten

Im Zeitraum von drei Jahren nach dem Erwerb einer Immobilie, beginnend mit dem Übergang von Nutzen und Lasten, können sofort abzugsfähige Erhaltungsaufwendungen zu Herstellungskosten umqualifiziert werden. 

Wann wird eine Umqualifizierung vorgenommen?

Anschaffungsnahe Herstellungskosten liegen vor, wenn die Summe der Erhaltungsaufwendungen netto (ohne Umsatzsteuer) mehr als 15 Prozent der Gebäude-Anschaffungskosten beträgt. Hierbei bleiben laufende, jährlich üblicherweise anfallende Erhaltungsaufwendungen außen vor (zum Beispiel Reinigung der Heizung). 

So lange die Ausgaben die 15 Prozent-Grenze innerhalb des drei Jahreszeitraums nicht übersteigen, sind diese weiterhin als Erhaltungsaufwendungen sofort abzugsfähig. 
Sollte die Grenze im Laufe der drei Jahre jedoch überschritten werden, können die Erhaltungsaufwendungen nachträglich nicht mehr als solche berücksichtigt werden. Mithin können sich durch die Umqualifizierung zu anschaffungsnahen Herstellungskosten Änderungen bei Ihren Steuerbescheiden ergeben.

 

Herstellungskosten zählen nicht zu den sofort abzugsfähigen Erhaltungsaufwendungen.

Herstellungskosten erhöhen die Abschreibungs-Bemessungsgrundlage Ihrer Immobilie. Diese Kosten werden über mehrere Jahre über die Gebäude-AfA abgeschrieben. Doch wann liegen Herstellungskosten und keine Erhaltungsaufwendungen vor?

Herstellungskosten liegen vor, wenn Ihr Gebäude durch die Baumaßnahme 

  • erweitert wird (zum Beispiel ein neuer Anbau oder eine Aufstockung)
  • in seinem Wesen erheblich verändert wird
  • über seinen bisherigen Zustand deutlich verbessert wird 

Vereinfachungsregel

Betragen die Kosten für die einzelne Baumaßnahme an dem bereits fertiggestellten Gebäude nicht mehr als 4.000 Euro (Rechnungsbetrag ohne Umsatzsteuer) je Gebäude, können Sie Ihre Kosten auf Antrag als sofort abzugsfähigen Erhaltungsaufwand behandeln – auch wenn es sich dem Grunde nach um Herstellungskosten handelt.

 

Besonderheit: Instandhaltungsrücklage

Beiträge zur Instandhaltungsrücklage der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer sind erst bei Verausgabung der Beiträge für Erhaltungsmaßnahmen als Werbungskosten abziehbar. 

 

Zu den sonstigen Werbungskosten zählen zum Beispiel:

  • Wassergeld
  • Heizkosten
  • Stromkosten für Heizung und Treppenhaus
  • Verwaltungskosten
  • Fahrtkosten zum Objekt
  • Gartenarbeiten 
  • Reinigungsarbeiten
  • Schornsteinfeger 

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