Altersvorsorgezulage | Die Finanzämter des Landes Nordrhein-Westfalen

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Die ZfA zeigt auf ihrer Internetseite www.riester.deutsche-rentenversicherung.de unter anderem Schritt für Schritt, wie Sie sich die Altersvorsorgezulage sichern. 
Für die Berechnung der Zulagenhöhe sowie des erforderlichen Mindesteigenbeitrags stellt die ZfA einen Zulagerechner zur Verfügung.

Ihre Altersvorsorgezulage besteht aus einer Grundzulage und gegebenenfalls einer Kinderzulage.

Seit dem Beitragsjahr 2018 beträgt die Grundzulage jährlich 175 Euro. Sie wird für Förderberechtigte, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, einmalig um 200 Euro erhöht (sog. Berufseinsteigerbonus).

Daneben wird grundsätzlich für jedes Kind, für das Kindergeld festgesetzt wird, eine Kinderzulage in Höhe von jeweils 300 Euro (für vor dem 01.01.2008 geborene Kinder: 185 Euro) gewährt.
Ein Anspruch auf Kinderzulage besteht bereits, wenn mindestens für einen Monat des Beitragsjahres Kindergeld festgesetzt wurde. Wird ein Kind beispielsweise im Dezember des Beitragsjahres geboren, besteht der Anspruch auf Kinderzulage für dieses Beitragsjahr auch dann, wenn das Kindergeld erst im nachfolgenden Jahr festgesetzt wird.
Sie erhalten die Kinderzulage – genauso wie das Kindergeld – insgesamt nur einmal pro Kind. Welchem Elternteil die Kinderzulage zugeordnet wird, können Sie in dem Beitrag "Welchem Elternteil steht die Kinderzulage zu?" nachlesen.

Grundzulage 175 Euro
Berufseinsteigerbonus 200 Euro einmalig 
Kinderzulage bei Geburt bis 2007 185 Euro
Kinderzulage bei Geburt ab 2008 300 Euro

 

Damit Sie die volle Altersvorsorgezulage erhalten, müssen Sie einen bestimmten Mindesteigenbetrag einzahlen. Der Mindesteigenbeitrag wird ab dem Beitragsjahr 2008 ermittelt aus 4 Prozent Ihrer erzielten maßgebenden Einnahmen des Vorjahres, maximal 2.100 Euro jährlich, abzüglich der Grund- und Kinderzulagen. Mindestens ist ein Sockelbetrag in Höhe von 60 Euro zu zahlen. Maßgebende Einnahmen sind zum Beispiel bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die in der inländischen gesetzlichen Rentenversicherung beitragspflichtigen Einnahmen, die in dem Kalenderjahr vor dem betroffenen Beitragsjahr bezogen wurden.

Erbringt der oder die unmittelbar Begünstigte in einem Beitragsjahr nicht den erforderlichen Mindesteigenbeitrag, ist die für dieses Beitragsjahr zustehende Altersvorsorgezulage (Grundzulage und Kinderzulage) nach dem Verhältnis der geleisteten Altersvorsorgebeiträge zum erforderlichen Mindesteigenbeitrag zu kürzen.

Für die Berechnung der Zulagenhöhe sowie des erforderlichen Mindesteigenbeitrags stellt die ZfA auf ihrer Internetseite einen Zulagerechner zur Verfügung.

 

Beispiel:

Ein lediger, 30-jähriger, kinderloser, in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherter Arbeitnehmer hat in 2019 beitragspflichtige Einnahmen in Höhe von 45.000 Euro. Welchen Mindesteigenbeitrag muss er zum Erhalt der vollen Zulage im Jahr 2020 leisten?

beitragspflichtige Einnahmen des Vorjahres 45.000 Euro
davon 4 Prozent 1.800 Euro
höchstens 2.100 Euro
niedrigerer Betrag 1.800 Euro
abzüglich Zulage  175 Euro
vorläufiger Mindesteigenbetrag 1.625 Euro
mindestens Sockelbetrag 60 Euro
Mindesteigenbetrag 1.625 Euro

Der Mindesteigenbeitrag ist höher als der Sockelbetrag. Um die volle Zulage zu erhalten, muss der Arbeitnehmer einen Mindesteigenbeitrag in Höhe von 1.625 Euro leisten. Leistet der Arbeitnehmer anstelle des geforderten Mindesteigenbeitrags von 1.625 Euro beispielsweise nur einen Eigenbeitrag von 812,50 Euro (50 Prozent von 1.625 Euro), wird seine Zulage von 175 Euro ebenfalls um die Hälfte auf 88 Euro gekürzt.

 

Besonderheiten bei Ehegatten/Lebenspartnerinnen oder Lebenspartnern:

Gehören beide Ehegatten/Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner zum unmittelbar begünstigten Personenkreis, ist der zu leistende Mindesteigenbetrag für jede bzw. jeden nach ihren bzw. seinen maßgebenden Einnahmen getrennt zu ermitteln, da jede Person eigenständig zulageberechtigt ist.

Ist ein Ehegatte/eine Lebenspartnerin oder ein Lebenspartner unmittelbar und die bzw. der andere mittelbar begünstigt, muss nur die oder der unmittelbar Begünstigte den von ihm/ihr geforderten Mindesteigenbeitrag (mindestens den Sockelbetrag) für seinen Altersvorsorgevertrag erbringen. Bei der Berechnung des Mindesteigenbeitrags werden die insgesamt beiden zustehenden Zulagen berücksichtigt.
Die oder der mittelbar Begünstigte muss zusätzlich keinen eigenen Mindesteigenbetrag erbringen, um die ungekürzten Altersvorsorgezulage zu erhalten. Ab dem Beitragsjahr 2012 ist es für das Bestehen der mittelbaren Begünstigung jedoch erforderlich, dass die oder der mittelbar Begünstigte einen Beitrag in Höhe von mindestens 60 Euro/Jahr auf den auf ihren/seinen Namen lautenden Altersvorsorgevertrag einzahlt. Dieser Betrag wird allerdings bei der Berechnung des Mindesteigenbeitrags des oder der unmittelbar Begünstigten nicht berücksichtigt.
 

Beispiel:

Herr und Frau Müller sind verheiratet. Nur Herr Müller gehört zum begünstigten Personenkreis. Im Jahr 2019 betrug sein Bruttoarbeitslohn 45.000 Euro. Die Eheleute haben zwei Kinder, für die die Kinderzulagen Frau Müller zugeordnet werden sollen. Ein Kind ist vor dem 1.1.2008 geboren, das andere nach dem 31.12.2007. Frau Müller hat auf den auf ihren Namen lautenden Altersvorsorgevertrag 60 Euro geleistet. Welchen Mindesteigenbeitrag muss Herr Müller zum Erhalt der vollen Zulagen im Jahr 2020 leisten?

beitragspflichtige Einnahmen des Vorjahres 45.000 Euro
davon 4 Prozent 1.800 Euro
höchstens 2.100 Euro
niedrigerer Betrag 1.800 Euro
abzüglich Zulagen (2 x 175 Euro + 185 Euro + 300 Euro) 835 Euro
vorläufiger Mindesteigenbetrag 965 Euro
mindestens Sockelbetrag 60 Euro
Mindesteigenbetrag 965 Euro

 

Der Mindesteigenbeitrag ist höher als der Sockelbetrag. Um die volle Zulagen zu erhalten, muss Herr Müller also einen Mindesteigenbeitrag in Höhe von 965 Euro leisten. Dann wird ihm eine Zulage in Höhe von 175 Euro auf seinen Altersvorsorgevertrag überwiesen. Gleichzeitig wird auf dem Altersvorsorgevertrag seiner Ehefrau die Zulage in Höhe von 660 Euro (Grund- und Kinderzulagen) überwiesen.

  • § 83 EStG
  • § 84 EStG
  • § 85 EStG
  • § 86 EStG
  • § 89 EStG
  • § 90 EStG

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